Montag, 2. Februar 2015

TÜV - Begehung und Blower-Door-Test

Mit dem Resultat der heutigen TÜV - Begehung können wir sehr zufrieden sein. Außer den finalen Fertigstellungsarbeiten wurden lediglich kleinere Mängel festgestellt. Diese sollen bis zur Hausübergabe am 06.02.2015 behoben sein. Ebenfalls wurde der mit Spannung erwartete Blower-Door-Test durchgeführt.

Dieser gliedert sich in drei Phasen:

1. In der ersten Phase wird ein konstanter Unterdruck von 50 Pa oder etwas höher erzeugt und aufrechterhalten. Während dieser Phase wird die Gebäudehüllfläche nach Leckagen (undichte Stellen) abgesucht, an denen Luft unerwünscht hereinströmt. Bei der späteren Nutzung des Gebäudes sind diese Leckagen die Stellen, an denen beheizte Innenluft nach aussen entweicht. Größere Fehlstellen lassen sich bereits mit der Hand erfühlen, für kleinere benutzt man Rauchspender (Rauchmaschinen) oder Luftgeschwindigkeitsmesser. Die genauesten Messungen der Luftleckagen sind mittels Infrarotkamera möglich. Auch die Nachweisführungen der undichten Bereiche werden durch die Infrarotbilder sehr exakt und anschaulich wiedergegeben. Somit ist eine gezielte Nachbesserung der Undichtigkeiten an der dichtenden Ebene von Gebäuden möglich.

2. In der zweiten Phase wird ein Unterdruck aufgebaut, wobei man mit kleinen Drücken (10 bis 30 Pa) beginnt und schrittweise (z. B. in 5 bis 10 Pa-Schritten) bis auf den Enddruck (60 bis 100 Pa) erhöht. Bei jedem Schritt wird der jeweilige Luftvolumenstrom in Abhängigkeit von dem Gebäudedruck gemessen und protokolliert.

3. In der dritten Phase wird ein Überdruck erzeugt und die Messung wird analog zur Unterdruckmessung wiederholt.

Aus den gesamten Ergebnissen des Über- und Unterdruckes des Gebäudes wird die mittlere Luftwechselrate (n50-Wert) errechnet. Dieser Wert gibt an, wie oft die Luft in dem gemessenen Gebäude durch Leckagen bei einem Referenzdruck von 50 Pa in einer Stunde ausgetauscht wird. Ein n50-Wert = 2,5 h-1 bedeutet zum Beispiel, dass die Luft in dem Gebäude bei einer Druckdifferenz von 50 Pa in einer Stunde 2,5 mal durch Luftundichtigkeiten ausgetauscht wird. Der genaue Ablauf der Messung ist in DIN EN 13829 geregelt.
Voraussetzung ist, dass das Volumen und die Grundflächen des Gebäudes innerhalb der dichtenden Ebene ermittelt wird. Nach Abschluss der Messungen bekommt der Hausbesitzer ein Zertifikat über die Qualität der gemessenen Gebäudehülle, falls die Grenzwerte nach Norm nicht überschritten wurden. Diese liegen derzeit bei 3,00/h für Wohngebäude und 1,50/h für Wohngebäude mit Lüftungsanlage. Ein Wert von 0,50/h darf nicht unterschritten werden.


Unser Haus erreichte einen Wert von 0,76/h. Somit kann von einem hervorragenden Ergebnis gesprochen werden.

1 Kommentar:

  1. Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Blower Door Test. Wir sind derzeit am überlegen, ob wir diesen zu unserer Sicherheit auch noch durchführen werden, da er bei uns nicht offiziell benötigt wird. Ich denke aber, es ist durchaus sehr sinnvoll dies auch aus Sicht von späteren Baumängeln durchzuführen.

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